»Patsch!«, rief Edmund, als wieder ein fettes Insekt auf der Windschutzscheibe zerplatzte. Der Scheibenwischer schmierte einen besonders unschönen Streifen über das Glas, und aus den Wischwasserdüsen sprudelten nur noch kleine Bläschen. Edmund fluchte. Nach nunmehr dreihundertfünfzig Autobahnkilometern wurde ihm die ganze Sache jetzt eigentlich zu undurchsichtig, doch er war spät dran. Die vom Navi prophezeite Ankunftszeit ließ keinen großen Spielraum mehr. Dieser Druck saß ihm im Nacken und pflanzte sich fort bis zum Gaspedal. »Fahr lieber etwas langsamer, dann kommst du schneller an«, war für gewöhnlich sein Wahlspruch, doch heute musste er ihn verdrängen so gut er konnte.

Karl erschien mir immer als blau. Wir kannten uns schon seit unserer gemeinsamen Kindergartenzeit und waren dicke Freunde, auch später auf der Grundschule und dem Gymnasium. Fast jeden Nachmittag trafen wir uns, und während all dieser Zeit kam er mir irgendwie blau vor. Ich meine damit nicht seinen Alkoholspiegel, obwohl dieser zuletzt immer öfter auch diese Art von Blau-Sein verursachte. Nein, ich meine wirklich die Farbe Blau. Natürlich war er nicht wirklich blau. Nicht, dass man hätte sehen können, wie er blau gefärbt gewesen wäre – an Händen oder Füßen oder gar im Gesicht. Vielmehr war es mein Bild von ihm, das ihn in dieser Farbe zeigte. Für mich hatte er immer etwas Blaues, in etwa so, wie die Zahl Zwei für mich weiblich und meine EC-Karten-PIN eine bestimmte Melodie ist.

Anna hat endlich einen Freund. Er ist ihr erster fester Freund überhaupt, und er ist sehr aufmerksam. Fühlt sie ein neues Bedürfnis aufkommen und grübelt darüber nach, wie sie es ihm mitteilen will, so kommt er ihr meist zuvor und stillt es, ehe sie auch nur den Mund öffnen kann. Schaut sie ihm tief in die Augen, so meint sie bisweilen zu erkennen, wie er seinerseits in ihren forscht, ob es dort nicht einen Wunsch zu lesen gibt. Und wenn sie sich nicht vorsieht und einen von ihnen nicht tief genug in sich vergräbt, so findet sie ihn nicht selten anderntags erfüllt. Diese und nicht wenig andere seiner Eigenschaften sind unleugbar dazu geeignet, eine Frau in den siebten Himmel zu bugsieren, doch Anna achtet peinlich darauf, dass ihr gerade dies nicht widerfährt.
Sie ist vielleicht verliebt, doch ganz sicher nicht verklärt.

Schlaf gut – Gute Nachtgeschichten und Gedichte

Einen weite­ren Text konnte ich jüngst im Wende­punkt-Verlag ver­öffent­lichen.

Alltagsriesen

Was lange währt, wird end­lich gut. Vor vielen Mona­ten be­reits wurde eine mei­ner Kurz­ge­schich­ten für eine Antho­logie an­ge­nom­men. Ge­fragt waren Ge­dichte und Ge­schich­ten zum Thema „All­tags­rie­sen“.

Märzchen im November

Märzchen im No­vem­ber ist s erstes eigen­stän­diges Buch­pro­jekt. Der Unter­titel lautet: Drei­zehn nicht uner­heb­liche Erzähl­ungen und eine nur so zum Spaß. Einige von ihnen sind im Vor­feld bereits in Antho­logien unter­gekommen oder haben Prei­se gewon­nen.

Fassadenflucht – Politische Dichtung der Gegenwart II

„Schreibst du auch Ge­dichte?“, werde ich manch­mal ge­fragt. Ja, dann und wann. In Politi­sche Dich­tung der Gegen­wart Band II wur­den un­längst zwei von ihnen ver­öffent­licht.

Goldenes Kleeblatt gegen Gewalt 2014

Das Goldene Klee­blatt gegen Ge­walt ist ein jähr­lich aus­ge­lobter Lite­ratur­preis im öster­reichischen Burgen­land.

Asphaltspuren #23

Gut, dann bin ich eben ein Spiel­ver­der­ber. Ist mir egal, was du sagst – und wie du es sagst, hier vor allen an­de­ren, die um uns herum stehen und un­ge­dul­dig auf meine Zu­stimmung war­ten. So viel Er­stau­nen liegt in dei­ner Stimme, so viel Un­ver­ständ­nis und Mit­leid; Mit­leid mit einem ...

Smartphone-Krimis

»Schuhe aus­ziehen!«
Inspektor Kolme hob eine Augen­braue. Er war es nicht ge­wohnt, dass man ihn be­vor­mundete. Dem Mann, der sich ihm ge­rade als Bade­meister Hugo Edlich vor­ge­stellt hatte, stierte er trotzig in die Augen. Gern hätte er ihn igno­riert, ...

Prisma – Anthologie Autorenkreis Ruhr-Mark

Im Jahr 2013 nahm ich an einem Lite­ra­tur-Wett­bewerb zum The­ma „Prisma“ teil. Lange hatte ich keinen Ein­fall für eine passen­de Ge­schichte. Aber dann schrieb ich doch eine kurze Er­zählung – Abge­drängt, umge­lenkt, ge­bro­chen – und ge­wann den ersten Preis :-)

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